Geschichte

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Heißen wird urkundlich als erster Ortsteil innerhalb des späteren Mülheimer Stadtgebietes erwähnt. In einem Dokument des Klosters Werden wurde eine Rodung im „Silva Heissi“ (Heißener Wald) mit der Berechtigung an Wald und Fischerei am 25. Februar 796 an den Freien Hemricus übertragen [1].

Im 11. Jahrhundert wurde die Gemarkung Fulerum als Schenkung des Grafen von Berg an das Kloster Werden erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert waren hier 13 Feuerstellen registriert.

Heißen war ein frühes Zentrum des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet. Um 1830 existierten eine Vielzahl kleinerer Steinkohlen-Bergwerke, aus denen später durch Betriebszusammenschlüsse die Zechen Humboldt, die Rosenblumendelle und die Wiesche hervorgingen.

1866 wurde der „Bahnhof Heißen“ an der Strecke RheinhausenHochfeldSpeldorf und weiter in Richtung Essen-Nord bis Bochum-Langendreer eröffnet. Die Haltestation wurde ausschließlich für den Kohleumschlag errichtet. Hier zweigte die Strecke nach Dahlhausen über Steele-Süd ab. Die Strecke zwischen Mülheim Hbf und Heißen wird als „Heißener Berg“ bezeichnet.

Wegen der Verwaltungsreform 1878 wurde die bisherige Landbürgermeisterei Mülheim in die Bürgermeistereien Broich, Styrum und Heißen aufgeteilt. Am 30. August 1879 wurde die neu errichtete Bürgermeisterei bezogen.

1899 wurde vom Mülheimer Bergwerks-Verein der Grundstein zur „Colonie Wiesche“ gelegt. 1914 erhielten die beiden Straßen „Mausegatt“ und „Kreftenscheer“ ihre Namen, abgeleitet von alten Flözbezeichnungen.

1910 wurde der Landkreis Mülheim an der Ruhr aufgelöst. Gleichzeitig wurde die zugehörige Gemeinde Heißen mit Winkhausen und Fulerum nach Mülheim eingemeindet. Im gleichen Jahr wurde die Straßenbahnlinie von Mülheim Stadtmitte über Heißen nach Essen eingeweiht.

Im Jahre 1918 wurde mit dem Bau der Siedlung Heimaterde begonnen, die auf eine Initiative des Krupp-Prokuristen Max Halbach zurückgeht.

1952 wurde die Förderung auf der Zeche Wiesche eingestellt und 1966 wurde mit der Zeche Rosenblumendelle die letzte aktive Zeche auf Mülheimer Stadtgebiet geschlossen. Damit war Mülheim als erste Großstadt des Ruhrgebiets bergbaufrei.

1973 entstand auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Humboldt an der Stadtgrenze zu Essen mit dem RheinRuhrZentrum das seinerzeit größte überdachte Einkaufszentrum in Deutschland.